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Vereinsgeschichte
 
 
Man schrieb das Jahr 1905, als sich in Queckborn erstmals Jugendliche zusammen taten und einen Sportverein aus der Taufe hoben. Sie gründeten den "Radfahrverein Vereint Vorwärts". Dieser erfreute sich über regen Zulauf und überdauerte auch den 1. Weltkrieg. In den 20er Jahren suchten immer mehr Jugendliche sportliche Betätigung und gründeten allerorten neue Vereine. Der Radfahrverein kam dabei für viele junge Leute nicht in frage, denn weder der Verein, noch sie selbst konnten sich die nötigen Sporträder leisten. So wurde der Wunsch, einen anderen Verein zu gründen immer deutlicher. Einige fuhren nach Grünberg und Ettingshausen, wo man 1926 Fußballvereine gegründet hatte, um zu sehen, wie überhaupt Fußball gespielt wurde.
 
 
 
Schließlich traf man sich in Queckborn am 20. Juni 1927 in der Gastwirtschaft Scheld zu einer Gründungsversammlung in Sachen Fußball. 27 Mitglieder erklärten ihren Beitritt und nannten den Verein "Fußballclub 1927 Queckborn". Dieser wurde sogleich dem Westdeutschen Spielverband angemeldet und man nahm somit an den Verbandsspielen der B-Klasse teil. Aber der Spielbetrieb währte nicht lange. Die politischen Ereignisse der 30er Jahre verschonten auch unseren Verein nicht und so wurde das Spielen Anfang 1933 wieder eingestellt.
 
 
 
Im Jahre 1936 waren es wieder einige begeisterte Fußballjungs, die sich zusammen fanden und den Fußball in unserem Dorf zu neuem Leben erweckten. Der Idealismus, durch den der Verein in diesen Jahren einen bermerkenswerten Auftrieb erfuhr, äußerte sich in den Opfern, die sie für ihr Hobby erbrachten. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände kauften sie sich selbst. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit dem Fahrrad. Darunter waren auch größere Strecken zu absolvieren, wie etwa bis nach Gießen, um dann mit den übriggebliebenen Kräften die Farben Queckborns zu vertreten. Gespielt wurde damals in der Gießener Kreisklasse 2 und unsere Mannschaft war stets in der Spitzengruppe zu finden.
 
 
 
 
Da sich die Jugendlichen im Ort zunehmend dem Fußball widmeten, hatte der Radfahrverein mittlerweile Nachwuchssorgen. So kamen beide Vereine 1937 überein, sich zur "Sportvereinigung Vorwärts" zusammen zu schließen. Der größte Erfolg in diesen Jahren war die Erringung eines Pokals 1938 bei einem Turnier der Kreisklasse 1 in Saasen. In der Runde 1938/39 errang man den Gruppensieg und belegte bei der Kreismeisterschaft hinter dem VfB 1900 Gießen und Germania Homberg den 3. Platz. Wie in fast alle Vereinen, so mußten auch wir im 2. Weltkrieg aus Spielermangel den Spielbetrieb einstellen.
 
 
Leider kehrten aus diesem Krieg viele unser ehemals aktiven Spieler nicht zurück. Als im Jahr 1946 in unserem Ort der Fußball wieder rollte, waren es neben einheimischen Jugendlichen vor allem die Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland, die Ungarndeutschen und die Evakuierten aus dem Siegerland und dem Rheinland, die dem Verein wieder neuen Aufschwung gaben. Besonders zu erwähnen sind in den Nachkriegsjahren die jungen Damen Queckborns, die sich mit einer Handballmannschaft dem Verein anschlossen. 1949 mußte der Spielbetrieb der Fußballer aufgrund von Spielermangel erneut wieder eingestellt werden.
 
 
 
Vier Jahre später fanden sich wieder einige junge Leute zusammen, die den Verein reaktivierten. In der Gründungsversammlung am 27. Juni 1953 trafen sich im Schulsaal der Bürgermeisterei 74 Fußballinteressierte, von denen 62 dem "Sportverein 1927 Queckborn" beitraten. Es wurde sogleich eine Jugendmannschaft aufgestellt und zu den Verbandspielen angemeldet. Schon im zweiten Jahr ihres Bestehens erreichte sie den Gruppensieg und schied in den Spielen um die Kreismeisterschaft 1955 nur durch eine knappe Niederlage gegen den VfB 1900 Gießen aus. Nach Erreichen der Altersgrenze dieser Jugendmannschaft ging der Spielbetrieb ab 1955 bei den Senioren weiter. Der Sieg 1956 in Lindenstruth beim erstmals ausgetragenen Turnier um den Wieseck-Wanderpokal gab dem Verein einen gewaltigen Aufschwung. So konnte von da an neben der 1. Mannschaft eine Reserve- und eine Jugendmannschaft gestellt werden. In den kommenden Jahren spielten wir mit wechselndem Erfolg in der Gießener B-Klasse.
 
 
 
 
Auf Wunsch der Vereinsmitglieder wurde 1963 im Sportverein eine Sportschützenabteilung gegründet. Diese konnte recht schnell beachtliche Erfolge erzielen. So stellte man schon 1966 in 1967 die Kreismeisterin im Luftgewehrschießen der Damen, in 1966 die Meisterin im Schützengau Vogelsberg und in 1967 den Kreismeister im Luftpistolenschießen. Die 1. Mannschaft der Schützen stieg zudem 1966 in die höchste Klasse des Kreises auf.
 
 
 
 
Die Saison 1966/67 wurde auch für die Fußballabteilung des SV zum bislang erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte. Der 1. Mannschaft gelang die Herbstmeisterschaft und sie hatte auch zum Saisonende die Nase vorn und schaffte somit pünktlich zum 40-jährigen Vereinsjubiläum erstmalig den Aufstieg, und zwar in die Alsfelder A-Klasse. Die Reserven wurden ebenfalls Meister (damals nannte man das noch "Gruppensieg"). Die A-Jugend gewann die Meisterschaft sowie die Pokalrunde und wurde Kreismeister in der Gemischten Jugend. Erstmals konnte nun auch eine Schülermannschaft angemeldet werden.
 
 
 
Im Jahre 1968 konnte mit der Damengymnastik eine weitere Abteilung gegründet werden. Der weitere Aufstieg der Fußballer indes ging scheinbar unaufhaltsam weiter. 1969 wurden wir Meister in der A-Klasse und stiegen in die Bezirksklasse auf.
 
 
Einen herben Rückschlag für den Sportverein brachte dann jedoch das Jahr 1972. Die Fußballer stiegen nach 3 Jahren Bezirklsliga-Zugehörigkeit wieder in die A-Klasse ab. Zu diesem Negativereignis kam noch hinzu, daß die Schützenabteilung wegen mangelndem Interesse aufgegeben werden mußte.
 
 
 
Davon unbeeindruckt schaffte man bereits 1974 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. In der Runde 1974/75 erreichten wir dort den 3. Platz und waren somit der kreisbeste Verein in dieser Klasse. Ebenfalls wurde die A-Jugend in der Spielgemeinschaft mit Lauter Kreismeister. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des Vereins konnte 1977 der Wanderpokal der Stadt Grünberg zum 3. Mal gewonnen werden.
 
 
 
Nachdem in den letzten Jahren stets vordere Plätze in der Bezirksklasse belegt wurden, konnten wir nach Abschluß der Spielrunde 1978/79 den bis dahin größten Erfolg in der Vereinsgschichte feiern, den Aufstieg in die Landesliga. Hier waren keine geringeren als Eintracht Wetzlar, der SV Wiesbaden und der VfL Marburg unsere Gegner. Trotzdem schnupperte man zeitweise Höhenluft als Tabellenvierter und konnte am Saisonende mit einem 13. Platz den Klassenerhalt sichern. Die 2. Mannschaft belegte in dem hochrangigen Feld immerhin den 8. Tabellenplatz. Nach der Saison 1980/81 mußten wir leider wieder in die Bezirksliga absteigen. Eine Ära ging zu Ende.
Der eingeläutete Abwärtstrend begann sich nun fortzusetzen. Zu allem Bedauern mußten wir 1984 von der Bezirksliga auch wieder in die A-Klasse absteigen. Im Jahre 1985 wurde erstmals über die Fusion mit einem anderen Verein nachgedacht, da in absehbarer Zeit nicht mehr genug Spieler für 2 Senioren-Mannschaften zur Verfügung stehen würden. Nach dem weiteren Abstieg 1986 in die B-Klasse wurde in 1987 die Fusion mit dem TSV Lauter zur Fußballspielgemeinschaft (FSG) Queckborn/Lauter Wirklichkeit. Da die Spielerdecke nun jedoch für 3 Mannschaften ausreichte, meldete man eine 3. Mannschaft an, die für den VfR Lich III die Reservespiele bestritt. Nach drei Spielzeiten mußte man diese zusätzliche Mannschaft jedoch wieder abmelden, da die Anzahl der verfügbaren Spieler zurück gegangen war.
 
 
Bereits im ersten Jahr der Fusionierung belegte die FSG den 1. Tabellenplatz in der B-Klasse und stieg 1988 in die A-Klasse auf. In den Jahren danach belegten wir immer Tabellenplätze im oberen Drittel. 1993 feierte die Damengymnastik-Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen. Zu dieser Feier im Rahmen der Queckborner Kirmes kamen 29 weitere Gymnastikgruppen aus dem Umkreis und sorgten mit ihren Vorführungen für ein unvergeßliches Erlebnis. Im Jahr 2000 gründete sich unter dem Dach des Sportvereins eine weitere Gymnastikgruppe, die Männergymnastik, die auch schnell regen Zulauf erfuhr.
 
 
Im Jahre 2001 wurde vom Hessischen Fußballverband eine Neugliederung der Senioren-Klassen angeordnet. Für unsere FSG bedeutete dies, daß wir trotz eines 10. Tabellenplatzes einen Zwangsabstieg in die B-Klasse hinnehmen mußten. Aber es gab auch Erfreuliches in diesem Jahr, aus unserem Nachwuchs wurden zwei Mädchentanzgruppen gegründet, die Tanzgarde und "Mexraife". Diese hatten zum Fasching 2002 ihren ersten Auftritt und wurden begeistert gefeiert. Die FSG versuchte nach dem Abstieg einen Neubeginn mit einer relativ jungen 1. Mannschaft, die viel Potenzial hatte, der aber anfangs noch die Erfahrung fehlte.
 
 
 
Sportlich, fußballerisch und auch sonst sieht es in 2005 für den SV und die FSG wieder recht erfreulich aus. Der Sportverein erfeut sich wachsender Unterstützung, was durch die seit Jahren stetig steigende Anzahl der Mitglieder deutlich wird (etwa 400). Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Leuten in der Vereinsführung. Wir haben eine ständig wachsende Gymnastikabteilung, die bei Festivitäten immer wieder eine Bereicherung für das Publikum und den ganzen Ort ist. Wir haben eine junge 1. Mannschaft, die dabei ist, sich einen Platz in der Spitzengruppe der B-Klasse Alsfeld zu erkämpfen. Und wir haben vor allem ein Reservoir von etwa 70 jugendlichen Spielern, die Anlass zur Hoffnung geben, daß sie einmal die Zukunft der FSG und damit auch des SV Queckborn sein werden. Der SV ist also im 79. Jahr seit seiner Gründung ein junger Verein geblieben, von dem man in der Zukunft hoffentlich noch vieles hören wird.
 
 
 
Die Geschichte unserer Sportstätten
 
 
 
Am 6. Juli 1927 erteilte die Gemeinde dem Fußballclub die Genehmigung, den Spielbetrieb auf der "Madamm" auszuüben, also den Gemeindewiesen am Buschberg (das liegt hinter dem Ortsausgang von Queckborn am Schnepfenhain, wenn man nach dem Ortsschild geradeaus fährt, also den Teerweg links der Kreisstraße hinein).
 
 
 
Am 13. Januar 1928 wurde mit der Gemeinde nach vielen Verhandlungen ein Pachtvertrag abgeschlossen, in dem dem SV die damaligen Gemeindewiesen am Laubacher Weg zur Sportplatznutzung überlassen wurden. Mit Begeisterung ging man an die Planierung des Platzes. Es wurden Gräben zugeschüttet und Hügel abgehoben, alles ohne maschinelle Unterstützung. Der Pachtvertrag hatte ein Laufzeit von 4 Jahren und wurde danach jährlich verlängert: Die ersten 4 Jahre waren 141 Reichsmark zu zahlen (diese Pacht war die gleiche wie für landwirtschaftlich genutztes Gemeindeland, in heutigen Preisen etwa 60 Euro), danach kam man überein, die Pacht auf 50 Reichsmark pro Jahr abzusenken.
 
 
 
Nach dem Krieg enstand auf diesem Sportplatz das Werksgelände der Firma Jäger & Sohn, somit war der 1946 wieder auflebende Verein wiederum ohne Sportplatz. Zum Ausgleich sollte am Münsterer Berg von der Firma Jäger ein neuer Sportplatz gebaut werden. Die Arbeiten wurden zwar begonnen, jedoch nach einiger Zeit wieder eingestellt. Dieser Sportplatz wurde nie fertig. So mußte der Verein auf verschiedenen, von den Landwirten zur Verfügung gestellten Wiesen spielen.
 
 
In 1947 stellte die Gemeinde dann das Wiesengelände "Auf den 7 Morgen" in der Surbach (Ortausgang Queckborn in Richtung Grünberg) dem Verein zur Verfügung. Da dieses sich aber nicht als das ideale Sportgelände erwies, kam man mit der Gemeinde überein, auf dem mittlerweile stillgelegten Behnhofsgelände der Butzbach-Licher-Eisenbahn am Laubacher Weg einen neuen Sportplatz zu erstellen. Dennoch ging der Spielbetrieb in der Surbach bis 1961 weiter.
 
 
 
Nach vielen Verhandlungen und aufopferungsvollen Arbeiten der Vereinsmitglieder sowie der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde konnte der neue Sportplatz fertig gestellt und am 24. Juni 1962 eingeweiht werden. Die Kosten des Sportplatzbaus beliefen sich auf 43000 DM (davon 22000 DM Gemeinde, 6000 DM Land Hessen, 5000 DM Hessischer Fußballverband, 10000 DM SV Arbeitsleistungen). Aus dem ehemaligen Bahnhofsgebäude wurde eine Sporthalle mit Umkleide- und Duschräumen, die in 1968 fertig gestellt wurde. Im Jahre 1975 konnte dann in Eigenleistung und unter der Regie von Reinhold Schleer am Sportplatz die Sportklause errichtet werden. Das 4 mal 9 Meter große Gebäude wurde als Verkaufs- und Gastraum während der Fußballspiele und danach genutzt, außerdem wurde sie für private Feiern vermietet.
 
 
Im Laufe der Jahre entsprach der Sportplatz am Laubacher Weg nicht mehr den Erfordernissen. Mit dem Etablieren in der Bezirksliga in den 70ern war der Sportplatz schon nicht mehr standesgemäß, mit dem Aufstieg 1979 in die Landesliga wuchs dann der Druck zusätzlich, einen besseren Sportplatz zur Verfügung zu haben. So konnte 1980 der 1. Spatenstich für das Sportheim am Heegweg gemacht werden. Am 21. August 1981 wurde der Sportplatz mit einem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv (1:2) eingeweiht. Leider war zu diesem Zeitpunkt das neue Sportheim noch nicht fertig gestellt, dieses wurde 1982 bezogen. Die nun "Alter Sportplatz" genannte Spielstätte am Laubacher Weg wurde zunehmend als Ausweich- und Trainingsplatz benutzt.
 
 
Im Jahre 1999 wurde endlich mit dem Bau einer Flutlichtanlage am Sportplatz Heegweg begonnen. Diese konnte im Februar 2000 mit einem Spiel gegen die Offenbacher Kickers eingeweiht werden. In 2003 wurde die mittlerweile nicht mehr genutzte Sportklause am Laubacher Weg, die sanierungsbedürftig geworden war, an den Queckborner Obst- und Gartenbauverein verkauft.